Wer einen Garten hat, ist zu jeder Jahreszeit damit beschäftigt. Gartenarbeit ist erwiesenermaßen auch sehr gesund- in verschiedenen Studien wurden positive Auswirkungen auf Herz und Kreislauf, Konzentrationsfähigkeit und auf das Immunsystem nachgewiesen. Gartenarbeit soll außerdem Stress abbauen, hilfreich bei Depressionen sein und insgesamt das Leben verlängern. Was will man mehr? Einen gesunden Rücken! Hier ein paar Tipps für gesunde Gartenarbeit und rückenfreundlichen Arbeiten.

Tipps für gesunde Gartenarbeit

Der Sportwissenschaftler Ulrich Kuhnt, Vorsitzender des Bundesverbandes deutscher Rückenschulen, rät dazu, den Körper vor der Gartenarbeit zu dehnen wie bei normalem Fitnesstraining auch. Gleichförmige Tätigkeiten sollen höchstens eine halbe Stunde am Stück durchgeführt werden- dann mit etwas anderem fortfahren, auch wenn die erste Arbeit noch nicht beendet ist. Wichtig sind auch Pausen, und zwar mindestens fünf Minuten nach einer Stunde Arbeit. Dabei bewegen, sich lockern und Wasser trinken.

Hilfsmittel dazu nehmen

Man bemerkt oft gar nicht, wie rasch man verkrampft, wenn man längere Zeit in einer bestimmten Haltung arbeitet. Der Gesundheit kommt das nicht zu gute. So ist es grundsätzlich nicht optimal, in der Hocke zu arbeiten. Besser ist es, halb zu knien und eine dieser Schaumstoff-Matten unter die Knie zu legen. Um die Wirbelsäule zu schonen, ist der Einsatz einer Schubkarre empfehlenswert. Doch auch die sollte nicht überladen werden. Zum Anheben nicht bücken, sondern leicht in die Knie gehen und die Schubkarre dicht am Körper halten.  Lässt sich das Tragen nicht vermeiden- zum Beispiel bei Gießkannen-, so sollte auf ein verträgliches Gewicht geachtet werden. Besser mehrmals Wasser nachholen als eine Zehn-Liter-Kanne zu schleppen- das funktioniert bei solch einem Gewicht einfach nicht rückenfreundlich.

Das Einräumen schwerer Kübelpflanzen wie jetzt gerade im Herbst sollte mit Hilfe eines Rollbretts oder einer Sackkarre geschehen. Sackkarren für den normalen Hausgebrauch sind im Baumarkt relativ günstig erhältlich. Mit ihnen kann man dann auch schwere Säcke, Steine usw. transportieren. Außerdem sind sie bei jedem Umzug eine echte Hilfe.

Arbeiten über Kopf sind besonders schädlich für die Halswirbelsäule. Dafür gibt es spezielle, ergonomisch geformte Geräte. Mit einer Seilzugschere kann man beispielsweise bis in einer Höhe von fünfeinhalb Metern schneiden. Mit einem Scherenstorch wird das Heckenschneiden auch für Personen mit Wirbelsäulenproblemen einfach: man erreicht auch untere Bereiche der Hecke oder kann Rasenkanten schneiden, ohne sich zu bücken. Geräte mit Teleskop-Stielen lassen sich auf die individuelle Körpergröße einstellen.

Viele Gartengeräte verfügen über ergonomische Griffe, die Druckstellen an den Händen vermeiden. Und der Kraftaufwand beim Schneiden wird durch Scheren mit Getriebe wesentlich verringert.

Wer regelmäßig im Garten arbeitet, sollte auch mal seinen Impfschutz überprüfen lassen: Eine Tetanus-Impfung ist bei kleineren oder größeren Verletzungen sehr wichtig und wird von den Kassen bezahlt. Es ist besser und stressfreier, sie auffrischen zu lassen, solange kein akuter Anlass vorliegt.