Tipps zum Kauf einer neuen Matratze

Der Kauf einer neuen Matratze wird von vielen länger hinausgezögert als der Kauf eines neuen Autos.  Dabei hat auch die Matratze ein gewisses Ablaufdatum- man bedenke allein den Verlust an Körperflüssigkeit durch nächtliches Schwitzen, der sich mitsamt aller enthaltenen Giftstoffe in der Matratze ablagert und auf Dauer ein hygienisches Problem darstellt.  Doch auch die Qualität des Materials einer Matratze weist über die Jahre Verschleißerscheinungen auf. Grund genug, sich ein wenig über die wichtigsten Kriterien zu informieren, die man beim Matratzenkauf beachten sollte.


Grundsätzlich gilt: beim Kauf einer neuen Matratze sollte man sich professionelle Beratung zu Hilfe holen, denn das Angebot an verschiedenen Modellen ist für den Normalschläfer kaum überschaubar. Mit ein wenig Probeliegen ist es leider auch nicht getan, denn in dieser Disziplin verhält es sich in etwa wie beim Parfumkauf: nach dem vierten Produkt erinnnert man sich nicht mehr an das erste . Zudem mag man als Benutzer einer bisher zu weichen Matratze eine mit harter Liegequalität nun als sehr angenehm empfinden und sich gern für den Kauf entscheiden wollen, obwohl sie einem eben nur die bisherige “Schieflage” verdeutlicht,  allein deshalb aber nicht das optimale Produkt sein muss. Das kann umgekehrt genauso passieren: wer sich bislang auf einer zu harten Matratze gebettet hat, mag eine weichere als optimal empfinden, obwohl genau dieses Modell tatsächlich einen Tick zu weich für die eigenen Physiognomie ist.

Wichtig bei einer Matratze ist vor allem die optimale Stützung der Wirbelsäule: beim Liegen sollte die Wirbelsäule gerade sein, Hüfte und Schulter sollten aber genau so einsinken können, dass insgesamt alle Punkte des Körpers optimal und gleichmäßig gestützt werden. Bei Seitenschläfern ist es zum Beispiel wichtig, darauf zu achten, inwieweit die Knie einsinken- ist das der Fall, so verdreht sich nämlich automatisch auch die Lendenwirbelsäule, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Parallel dazu sollten Rückenschläfer auf die Lordose achten: falls im Liegen auf der Matratze eine Hand darunter passt, so ist die Matratze zu hart.  Die Lordose ist übrigens die natürliche Krümmung der Wirbelsäule nach vorn im Bereich der Lenden- und der Halswirbelsäule. Dabei kann die Halswirbelsäule niemals durch eine Matratze richtig gelagert werden- dafür ist immer ein passendes Nackenstützkissen zuständig.

Sehr wichtig für einen guten Schlaf ist auch die Größe der Matratze. Wer bei jeder Drehung an ein Möbelstück stößt oder gar aus dem Bett zu fallen droht, der braucht nicht ernsthaft damit zu rechnen, am Morgen frisch und erholt aufzuwachen. Die Muskulatur kann sich unter solchen Bedingungen nämlich nicht wirklich entspannen, weil man automatisch eine gekauerte Haltung einnimmt, was auch den Bandscheiben die Regeneration erschwert. Daher sollte die Matratze prinzipiell mindestens fünfzehn Zentimeter über der Körpergröße liegen.  Ab einer Körpergröße von 1,80 Meter empfiehlt der Experte eine Matratzenlänge von 2,20 Meter. Die Breite der Matratze orientiert sich auch an der Leibesfülle, sollte im Optimalfall aber mindestens einen Meter betragen.

Die Frage, ob eine durchgehende oder zwei einzelne Matratzen für ein Paar optimal sind, ist ein Stück weit Geschmacksache: werden seit einiger Zeit zwar Meldungen bekannt, nach denen man bei einer durchgehenden Matratze durch jede Bewegung oder Drehung des Partners angeblich im Schlaf gestört wird, weil sich diese automatisch auf einen selbst überträgt, so bringt es doch wenig, sich für zwei einzelne Matratzen im gemeinsamen Bett  zu entscheiden, wenn man eine Aversion gegen die Besucherritze hat. Dieser Entscheidung trifft man am besten anhand der eigenen persönlichen Erfahrungen.

Auch für das Material der Matratze kann man keine fixen Empfehlungen aussprechen, die für jeden gültig sind:  Sogar eine Matratze aus Schaumstoff ist heute derart hochwertig, dass der Körper damit optimal gestützt wird. Leute, die stark schwitzen, sind aber unter Umständen dennoch mit einer Matratze aus Federkern besser bedient, weil die Lüftung hier einfach besser funktioniert. Latexmatratzen mögen für Schwergewichte oder besonders große Personen optimal sein, weil sie sehr stabil sind und ihre ursprüngliche Form rasch wieder einnehmen.

Nicht zuletzt spielt auch der Matratzenbezug eine Rolle bei der Auswahl. Er sollte möglichst elastisch und aus Baumwolle oder Schafwolle sein, da diese Materialien den Schweiß besonders schnell abtransportieren.  Sinnvoll ist es auch, wenn der Bezug einen durchgehenden Reißverschluss hat, damit man ihn zur Wäsche mühelos entfernen und vor allem wieder anbringen kann.

Der Preis allein muss bei einer Matratze kein Qualitätskriterium sein- allzu günstige Schnäppchen sollten einen jedoch vorsichtig werden lassen, denn damit geht selten eine wirklich gute Qualität einher.

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