Xylit Birkenzucker – Produktinformationen

Xylit Birkenzucker ähnelt optisch betrachtet dem gewöhnlichen Haushaltszucker, besitzt jedoch weniger Kalorien und schützt gleichzeitig vor Karies. Die Hersteller werben mit diesem Zucker als alternatives Mittel zum Süßen. Birkenzucker wird auch Holzsüßungsmittel aus Finnland genannt.

Eigenschaften von Xylit Birkenzucker 

Optisch unterscheidet sich der Birkenzucker nicht vom herkömmlichen Haushaltszucker. Auch bei diesem Süßungsmittel handelt es sich um weiße, kleine Kristalle. Die Süßkraft ist mit Zucker zu vergleichen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Birkenzucker lediglich die Hälfte an Kalorien besitzt.

Birkenzucker soll besser für Zähne und Zahnfleisch sein, weil dieser keine Karies bewirkt. Xylit wird aus diesem Grund oftmals in Kaugummis, Mundwasser oder auch Zahnpasta verwendet, da dieser zusätzlich antikariogen wirkt. Aus dem Birkenzucker können die Bakterien keine Säure herstellen, weshalb er den Zähnen nicht schaden kann.

Birkenzucker wurde zum ersten Mal im Jahre 1890 von Emil Fischer gefunden. Der Wissenschaftler war in der Lage den Zuckeraustauschstoff aus Spänen der Buche zu isolieren. In der darauffolgenden Zeit wurde Xylit vorrangig aus der Rinde der Birke hergestellt, wodurch es den Namen bekam. Obwohl der Süßstoff in der Baumrinde aufgefunden wurde, ist Birkenzucker heute in fast allen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Jedoch ist die Menge eher gering, dass sich eine Isolierung hier nicht lohnt. 

Herstellung von Xylit Birkenzucker 

Heute wird Birkenzucker aus den Reststoffen von Stroh, Maisspindeln oder Getreidekleie gewonnen. Die Gewinnung ist jedoch nicht einfach. Die Reststoffe werden hierfür auf über 200 Grad erhitztund anschließen mit Schwefelsäure gewaschen. Mit Hilfe dieses Verfahrens wird die Xylose gewonnen, die danach unter hohem Druck und durch einen entsprechenden Katalysator in Xylit umgewandelt wird. 

Xylit wird grundsätzlich in einem sehr aufwendigen Verfahren aus verschiedenen Baumteilen produziert. Aus den Fasern der Pflanze wird der Holzzucker gewonnen, der danach zu Birkenzucker weiterverarbeitet wird. In Finnland dient die Birkenrinde hierfür als Rohstoff, weshalb Xylit auch als Birkenzucker bezeichnet wird.

Xylose, also Holzzucker kommt in unterschiedlichen Pflanzen vor, wie beispielsweise in, Buchenholz, Stroh, Birkenholz, Maiskolben, Kokosnüssen und auch in Obstsorten wie Himbeeren oder Erdbeeren, wobei dieser Anteil oftmals weniger als ein Prozent der Masse beträgt.

Anwendung von Birkenzucker 

Birkenzucker wird zum Süßen von warmen und kalten Getränken, der Zubereitung von Nachspeisen, beim Kochen, für Müsli, Pudding oder auch zum Backen verwendet. Die Süßkraft entspricht hierbei dem Verhältnis 1:1 im Vergleich zum Haushaltszucker und hat keinen unangenehmen Beigeschmack.

Lediglich im Hefeteig kann Birkenzucker gegen Haushaltszucker nicht ausgetauscht. Das liegt vor allem daran, dass die Hefepilze des Teiges den Birkenzucker nicht verstoffwechseln können und der Teig aus diesem Grund nicht aufgeht.

Vorteile und Nachteile von Xylit Birkenzucker

Xylit besitzt nachgewiesene positive Funktionen und Eigenschaften. Birkenzucker wirkt antikariogeund beugt somit Karies vor. Deshalb wird Birkenzucker vorrangig auch in der Zahnpflegeindustrie eingesetzt. Zuckerfreie Kaugummis enthalten es oftmals als Süßstoff. Xylit begegnet die Menschen auch beim Zähneputzen und sorgt für gesunde Zähne. Der Nachteil ist jedoch, dass Birkenzucker einen leichten minzartigen Geschmack besitzt. Die Hersteller haben mittlerweile den minzigen Geschmack entfernt, weshalb man den Birkenzucker zum Backen verwenden kann. Auch die Süßkraft ist ähnlich wie bei herkömmlichen Haushaltszucker, wodurch man etwa auch die gleichen Mengen benutzen kann. Für Brote ist der Süßstoff ungeeignet. Birkenzucker ist nicht komplett kalorienarm.100 Gramm enthalten etwa 240 Kalorien

Ein großer Nachteil des Birkenzuckers ist, dass dieser abführend wirkt. Auch Blähungen und Durchfall können hier auftreten. Bei Tieren kann der Birkenzucker auch schwere Vergiftungen hervorrufen. Ein weiterer Nachteil des Birkenzuckers ist der hohe Preis, der aus dem komplizierten Herstellungsverfahren resultiert. 

Rechtsvorschriften

Rechtlich betrachtet gilt der Birkenzucker als Zusatzstoff und fällt unter die EU-Verordnung über Zusatzstoffe. Birkenzucker ist für viele Gruppen der Lebensmittel zugelassen, wenn dieser Zusatz Kalorien reduziert oder den Zucker austauschen soll. Xylit ist den unterschiedlichsten Lebensmitteln erlaubt. Hierzu gehören Tafelsüße, Soßen, Senf, Nahrungsergänzungsmittel und diätetische Lebensmittel für medizinische Zwecke.

Beträgt der Anteil am Xylit in Lebensmitteln mehr als zehn Prozent, muss der Hinweis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ aufgedruckt werden. Dieser muss auch auf Birkenzucker vermerkt sein, welcher als Tafelsüße verkauft wird. Bei vielen Birkenzuckerprodukten ist dieser Hinweis jedoch nicht vorhanden.

Viele Hersteller werben vor allem mit den Vorteilen für die Gesundheit von Birkenzucker. Gesundheitsbezogene Hinweise dürfen bei Lebensmitteln jedoch nur dann aufgedruckt werden, wenn sie nach der Health-Claims-Verordnung auch offiziell zugelassen sind. 

Quellenangaben:

https://www.vital.de/gesunde-ernaehrung/zucker/artikel/xylit-wie-gesund-ist-birkenzucker-wirklich

https://www.netdoktor.at/gesundheit/gesunde-ernaehrung/birkenzucker-6870740